Im heutigen Gottesdienst mit Apostel Ralph Wittich in Gräfenroda stand der Ewigkeitssonntag im Mittelpunkt – ein Tag des Gedenkens an die Entschlafenen, an all jene, die uns vorausgegangen sind, aber auch an die, die vielleicht längst vergessen scheinen. Als Textwort diente die verheißungsvolle Zusage aus der Offenbarung des Johannes (Kapitel 21, Verse 3 und 4), in der Gott verspricht, bei den Menschen zu wohnen und alle Tränen von ihren Augen abzuwischen. Leid, Schmerz und Tod sollen nicht mehr sein – das Erste wird vergangen sein.
Apostel Ralph Wittich griff in seiner Predigt diese Hoffnung auf und machte deutlich, dass Gott seine Schöpfung aus dem Nichts hervorgebracht hat und deshalb keinen seiner Geschöpfe vergessen kann. Jeder Mensch bleibt Teil dieser Schöpfung, Gott kennt jeden mit Namen und lässt niemanden im Nichts verschwinden.
Im Mittelpunkt stand die neue Schöpfung, die für uns heute noch unvorstellbar und nicht greifbar ist. Anhand des 9. Glaubensartikels wurde die Verheißung der Wiederkunft Christi, der Auferstehung, des Friedensreiches und schließlich eines neuen Himmels und einer neuen Erde verdeutlicht. Gott wird nicht nur begleiten – er wird mitten unter den Menschen wohnen. Er wird ihnen nahe sein, vielleicht sogar wie ein Nachbar.
Der Vergleich mit der Stiftshütte und dem Zug Israels durch die Wüste zeigte, dass Gott schon immer ein mitgehender, dynamischer Gott war – kein stiller Beobachter, sondern ein aktiver Begleiter seines Volkes. In der neuen Schöpfung aber wird er alles vollkommen neu machen – auch den Menschen selbst. Wir werden mit einem Auferstehungsleib „überkleidet“, während unsere Identität bewahrt bleibt, wie es der Apostel Paulus beschreibt.
Dann wird alles vollendet sein: keine Schmerzen mehr, keine Tränen, kein Tod, keine Schuld und keine Scham. Was uns heute noch belastet und blockiert, wird in Gottes Gegenwart zu einer geheilten Erinnerung.
Gleichzeitig wurde betont, dass diese neue Schöpfung bereits jetzt beginnen kann. Jesu Ruf zur Umkehr – weg vom Bösen, hin zu Gott – ist der erste Schritt. Durch die Sakramente und die Wiedergeburt aus Wasser und Geist wird der Mensch erneuert und verwandelt. Das Reich Gottes ist nicht nur eine zukünftige Realität, sondern beginnt bereits im Hier und Jetzt – mitten in der Gemeinde.
Eine Gemeinde, in der der „alte Mensch“ überwunden wird, ist ein Ort des Friedens, der Versöhnung und der Liebe. Jeder soll sich willkommen fühlen, jeder soll spüren: Ich habe hier einen Platz. Dort, wo Spannungen abgebaut, Versöhnung gesucht und der erste Schritt auf den Nächsten zugemacht wird, wird die neue Schöpfung schon heute sichtbar. Die Frage, ob man Christ nur im Bekenntnis oder auch in der Tat ist, stand mahnend im Raum.
Vor der Inruhesezung predigte Diakon Uwe Lindner letztmalig zu der Gemeinde. Er bedankte sich und erinnerte daran, dass wir im Glauben und im Leben nicht stehen bleiben dürfen. Auch wenn wir nicht immer das erhalten, worum wir bitten, ist Gott doch der, der uns begleitet, uns beisteht und uns Sicherheit gibt – selbst dann, wenn Unheil über uns hereinbricht.
Der Gottesdienst hinterließ Trost, Hoffnung und den eindringlichen Aufruf, die neue Schöpfung bereits jetzt durch unser Handeln, unsere Liebe und unsere Versöhnungsbereitschaft sichtbar werden zu lassen.
Neuapostolische Kirche